Wenn es mal im Miteinander knirscht

Spannungen und Konflikte gehören zur Teamarbeit dazu wie das Salz in der Suppe und haben somit eine wesentliche, qualitätssichernde und Qualität entwickelnde Funktion. Sie können auf der Ebene der Ziele und Inhalte, der Methoden und Prozesse oder auf klimatischer Ebene entstehen. Auslöser können ebenso teaminterne Themen sein, wie auch Veränderungen im Unternehmensumfeld, Umstrukturierungen oder ein negativer Geschäftserfolg etc. Ungeklärte und nicht besprochene Spannungen zwischen Mitarbeitern und/oder Führungskraft verlangsamen oder lähmen die Arbeit. Insofern ist es eine wichtige Führungsaufgabe, sich diesen Themen zu stellen und ihnen einen angemessenen Raum zu geben. Häufig ist es sinnvoll, dies außerhalb des Alltags zu tun.    


Die Rolle des Beraters

liegt darin, in einem strukturierten Prozess das Team mit seiner Führungskraft aus der „Bremsspannung“ wieder in seine volle Energie zurück zu versetzen. Dies gelingt, wenn die Beteiligten wieder soviel Vertrauen ineinander aufbauen, dass sie offen über gegenseitige Bedürfnisse und Erwartungen, aber auch Frustrationen und Enttäuschungen, sprechen können, um dann verbindliche Vereinbarungen für das weitere Vorgehen und gegenseitige Verhalten zu treffen. Zunächst gilt es, gemeinsam mit der Führungskraft und u.U. ausgew&¨hlten Interviewpartnern aus dem Team, ein Zielbild für die Entwicklung des Teams zu erstellen. In einem zweiten Schritt muss abgeschätzt werden, welche Interventionen aus kognitiven und emotionalen Elementen sinnvoll erscheinen.


Fokussierte Teamentwicklung

Diese empfiehlt sich, wenn sich Störungen aufgestaut haben über die man einfach mal gründlich sprechen muss.

Im Teamretreat geht es in einem ersten Schritt darum, Führungskraft und Team mit den meist etwas unterschiedlichen Wahrnehmung der aktuellen Situation und den Erwartungen an das Retreat zu konfrontieren, die unterschiedlichen Bilder transparent zum machen, miteinander abzugleichen und die daraus entstehenden Themen zu bearbeiten.
Hierbei kommt es darauf an, den individuellen Beitrag aller Akteure an den Problemen zu verstehen.
Metaphorische Teamübungen können dann in einem zweiten Schritt zu Erkenntnissen führen wie „Oh weh, genau so machen wir uns die Zusammenarbeit schwer“.
Die Herausforderung im dritten Schritt ist es, Zielbilder und konkrete und verbindliche Vereinbarungen zu entwickeln, die für eine motivierte und konstruktive Teamarbeit notwendig sind und für die der Einzelne seinen Beitrag leisten muss.
 

Im Nachgang

nach ca. 6-8 Wochen findet in der Regel noch mal ein Nachgespräch mit der Führungskraft statt, um zu sehen, ob die Vereinbarungen eingehalten werden und wie sich das Teamretreat ausgewirkt hat.


Strategische Teamentwicklung

(über einen längeren Zeitraum mit unterschiedlichen Interventionen)
Empfiehlt sich, wenn es um eine komplexere Kulturveränderung im Team oder der Zusammenarbeit zwischen Teams geht. Wenn sich also grundsätzlich die Art und Weise bezogen auf Ziele, Prozesse und Verantwortlichkeit, sowie die Qualität der Zusammenarbeit verändern soll. Dies ist in der Regel im Rahmen von Veränderungsprozessen sinnvoll. Um dies zu erreichen ist es zweckmäßig, eine Interventionsarchitektur aus Workshops- und Teamentwicklungselementen zu entwickeln. 

 Zum Beispiel kann es sinnvoll sein, 

  • zunächst die Ziele des Teams und das Verständnis davon dergestalt abzugleichen, dass ein gemeinsame getragenes sinnstiftendes Bild entsteht.
  • davon abgeleitet gezielt über die Art und Weise der wichtigsten Themen der Zusammenarbeit zu reflektieren und sich gleichzeitig in einem strukturierten Prozess Rückmeldung darüber zu geben, wie die Zusammenarbeit bislang gelingt und welche Bedürfnisse und Erwartungen man an die zukünftige Zusammenarbeit hat 
  • u.U. mit Hilfe von Persönlichkeitstests ein Grundverständnis für die Unterschiedlichkeit vom Denken, Handeln und Fühlen von verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen und deren Notwendigkeit für Teamarbeit herzustellen, um gegenseitiges Verständnis und Toleranz zu erreichen
  • Outdoorelemente einzusetzen, z.B mit dem Team eine Schlucht zu überqueren, im Hochseilgarten individuelle und gemeinsame Grenzen zu erleben oder gemütlich in uriger Atmosphäre am Ende eines erlebnisreichen Tages gemeinsam zu kochen und zu essen.

Jede dieser Aktivitäten macht schon allein in bestimmten Situationen Sinn. Zielgerichtet aufeinander abgestimmt sind sie starke Interventionen auf dem Weg in die gewünschte Richtung.

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Tilman Peschke

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